Typische Messfehler bei Geschwindigkeitsmessungen

Bei speziellen Fragen zu einer Messung bzw. einem Messverfahren verwenden Sie bitte gern die Komentarfunktion am Ende dieser Seite oder senden mir eine Email an info@raluebbecke.de. Ich gebe Ihnen auch gern eine erste kostenlose Einschätzung bezüglich eines konkret erhobenen Vorwurfes.

 

Vitronic PoliScan Speed

 

Funktionsweise:

 

Das  Geschwindigkeitsmessgerätes existiert sowohl als mobile als auch als stationäre Anlage. Es handelt sich dabei um ein Lasermessgerät mit fotografischer Dokumentation.

 

Auf Basis einer Laserpuls-Laufzeitmessung (LIDAR = Light Detection And Ranging) erfolgt eine digitale Geschwindigkeitsmessung, in dem der Laserstrahl durch das Messgerät fächerartig über die Fahrbahn geworfen wird. Hierdurch wird der Abstand zu Objekten für jeden Abtastwinkel gemessen. Somit ergibt sich aus der Kombination der Einzelmessungen ein 3D-Abbild der Verkehrssituation.

 

Der Messstrahl tastet dabei einen Fahrbahnbereich in einer Entfernung zwischen ca. 10 und 75 m innerhalb eines horizontalen Blickfeldes und einem Winkel von 45° ab. Der Messbereich des Gerätes liegt zwischen 20 und 50 m. Der Geschwindigkeitsmessbereich beträgt 10 km je Stunde bis 250 km je Stunde.

 

Die für das Messgerät entwickelte Messesensorik erlaubt eine mehrspurigen Fahrbahnüberwachung, so dass alle im Zielkorridor befindlichen Fahrzeuge gleichzeitig erfasst und gemessen werden können. Der Betrieb erfolgt vollautomatisch und erfordert keinen aufmerksamen Netzbetrieb.

 

Die Zuordnung der durch das Geschwindigkeitsmessgerät errechneten  Durchschnittsgeschwindigkeiten zu einem bestimmten Fahrzeug wird durch den Auswerterahmen dokumentiert, welcher in das gefertigte Foto eingeblendet wird. Die hier dokumentierte Fotoposition befindet sich ca. 20 m von dem Messgerät entfernt.

 

Messungen in Kurven sind mit diesem Messgerät zulässig.

 

Typische Fehlerquellen:

 

  • sind die Dateneinblendungen auf dem Beweisfoto plausibel: beispielsweise richtige Fahrzeugerkennung (Pkw, Lkw), zutreffende Fahrspurerkennung (auch wenn diese Angaben nicht der Eichpflicht unterliegen)
  • sind die Bedingungen für den Auswerterahmen erfüllt: Auswerterahmen endet unterhalb des Radaufstandspunktes, Kennzeichen und/oder Vorderrad zumindest teilweise abgebildet, kein weiteres Fahrzeug im Auswerterahmen, 1 m Höhe des Auswerterahmens (kritisch zu betrachten sind auch solche Beweisfotografien, bei welchen sich der Auswerterahmen nicht auf der Fahrzeugfront sondern seitlich verschoben befindet)  
  • ausreichende Schulung des Messbeamten  
  • ist eine ordnungsgemäße digitale Signatur verhandeln und geschlossen (da die Lichtbilder digital gefertigt werden, muss, um nachträgliche Veränderungen und Manipulation zu vermeiden, eine digitale Signatur vorhanden und geschlossen sein, wobei sich dies nur aus der Ordnungswidrigkeitsakte und meist auch nur durch Auswertung der Originaldaten gegebenenfalls durch einen Sachverständigen ermitteln lässt)  
  • war das Messgerät ordnungsgemäß geeicht
  • da das Gerät nicht entsprechend der Bauartzulassung arbeitet, ist es las ungeeichtes Messgerät anzusehen und daher nach den AG Jena, Beschluss vom 13.01.2017, 140 Js 30194/16 3 OWi, ein Toleranzabzug von 20% vorzunehmen.
    (Die Entscheidung finden Sie hier.)

Traffipax TraffiStar-S 330

 

Funktionsweise:

 

Es handelt sich hierbei um eine stationäre Geschwindigkeits-Messeinrichtung mit automatischer Fotoregistrierung. Gemessen werden Fahrzeuge des ankommenden Verkehrs.

Hierzu sind in die Fahrbahn als Kontaktgeber 3 Piezo-Sensor-Kabel (Drucksensoren) eingelassen, welche in einem genau definierten Abstand von je 1 m parallel zueinander in der Fahrbahn befindlich sind. Es ergibt sich damit eine Messstrecke von insgesamt 2 m.

Beim Überfahren der Sensoren durch ein Fahrzeug werden zwischen den Sensoren 3 unabhängige Einzelmessungen durch den in der Anlage verbauten intelligenten Piezo-Vorverstärker (IPV) durchgeführt. Weichen die Werte nicht um mehr als 1 km je Stunde ab, so wird nach einer definierten Verzugszeit ein Foto ausgelöst. Dabei werden durch den IPV zunächst die analogen Drucksignale der 3 Piezokabel digitalisiert, um aus deren Verlauf auch den Zeitpunkt der maximalen Steigung zu ermitteln. Dabei werden anhand der Impulsform des Messesignals bei der Überfahrt automatisch die Fahrzeuge in die beiden Fahrzeuggruppen Pkw oder Lkw klassifiziert, so dass es möglich ist, für diese 2 Fahrzeughauptgruppen automatisch 2 unterschiedliche Geschwindigkeitsgrenzwerte zur Auslösung eines Fotos zu verwenden.

Die Messdaten werden in ein schwarz hinterlegtes Grafikfeld des digitalen Fotos eingeblendet. Zur Fertigung des Fotos wird eine digitale ROBOT-Smartcamera verwandt. Die Messwerte, Bilddaten, die Identifizierungsnummer der Schnittstelle sowie die Seriennummer der Smartcamera werden in einer gemeinsamen Datei abgelegt, welche anschließend digital signiert wird. Als Symbol für die erfolgreiche Überprüfung der digitalen Signatur wird in der oberen linken Ecke des Original-Beweisfotos ein Schloss eingeblendet. Dieses Schlosssymbol muss jedoch auf den ausgedruckten Beweisfotos nicht zwangsläufig vorhanden sein.

Die Anlage kann in eine Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) mit Wechselverkehrszeichen (WVZ) eingebunden sein.

Der Messbereich des Geschwindigkeitsmessgerätes liegt zwischen 15 km je Stunde und 250 km je Stunde. Der zulässige Temperaturbereich, welcher intern überwacht wird, liegt bei -20 °C bis +60 °C.

 

Typische Fehlerquellen:

 

  • war das Messgerät gültig geeicht: in der von der PTB Braunschweig herausgegebenen "Richtlinie zur Überprüfung des Sensorbereiches von Geschwindigkeitsmessgeräten mit piezoelektrischen Messfühlern" (Piezo-Richtlinie), welche als Vorschrift zur Prüfung des Sensorbereiches von Geschwindigkeitsmessanlagen mit piezoelektrischen Sensoren dient, ist dabei im Abschnitt B.2.1 aufgeführt, das Messstellen von Geschwindigkeitsgeräten mit piezoelektrischen Messfühlern in einem halbjährlichen Abstand zu warten sind. Allerdings ist im Abschnitt 5.2 der Zulassung des Geschwindigkeitsmessgerätes TraffiStar 330 abweichend aufgeführt: "als Sensoren sind in Verbindung mit dem IPV ausschließlich Sensoren des Typs Roadtrax BL Traffic einzusetzen" (IPV = intelligenter Piezo-Vorverstärker). Von der halbjährlichen Wartung nimmt sodann jedoch die PTB eine Ausnahme an, wenn das Geschwindigkeitsmessgerät (d.h. der IPV) mit Sensoren des Typs Roadtrax BL Traffic in Verbindung mit dem intelligenten Piezo-Vorverstärker ausgestattet ist. Insoweit ist eine halbjährliche Wartung der Messstelle des Geschwindigkeitsmessgerätes Traffistar S 330 nicht vorgeschrieben. Dies schließt selbstverständlich nicht aus, dass infolge natürlicher Abnutzungen und Fahrbahnverschiebungen es im Einzelfall doch zu Änderungen der Position der Piezo-Kabel in der Fahrbahn gekommen ist und deshalb die Messung gegebenenfalls fehlerhaft erfolgte.
  • befindet sich das gemessene Fahrzeug in der korrekten Fotoauslöseposition: im Kapitel 3.3 Bildauswertung der Gebrauchsanweisung des Geschwindigkeitsmessgerätes ist bezüglich der Auswertung des Beweisfotos lediglich folgendes aufgeführt: "die SmartCamera ist so installiert und ausgerichtet, dass das gemessene Fahrzeug im Messfeld des zugehörigen Fahrstreifens abgebildet ist. Die Nummer des Fahrstreifens wird im Bild eingeblendet. Die Vorderräder des gemessenen Fahrzeuges haben im allgemeinen die Geschwindigkeitsmessung ausgelöst und befinden sich im Moment der Bildauflösung knapp hinter dem in Fahrtrichtung letzten der 3 Piezosensoren. Dieser Sensor ist so markiert, dass die Lage des Sensors im Messfoto erkennbar ist. Die Einstellungen der SmartCamera und des Blitzgerätes müssen eine deutliche Erkennbarkeit von Fahrzeugkennzeichen und Fahrzeugführer ermöglichen. Der ermittelte Geschwindigkeitswert kann dem Fahrzeug zugeordnet werden, welches als einziges das Messfeld des betreffenden und im Bild eingeblendet Fahrstreifens befährt." Im ordnungsgemäßen Beweisbild haben in demnach die Vorderräder des gemessenen Fahrzeuges den 3. Messfühler regelmäßig deutlich überschritten und es sind keine weiteren Fahrzeug erkennbar, damit der Messwert dem abgebildeten Fahrzeug zugeordnet werden kann.

    Da zwischen dem Messende (das Fahrzeug hat mit den Vorderrädern den letzten Sensor überfahren) und der Auslösung des Beweisfotos ein fest definierter Zeitraum vergeht, kann weiterhin die Position des abgebildeten Fahrzeuges darauf überprüft werden, ob sie mit dem in das Beweisbild eingeblendeten Geschwindigkeitswert übereinstimmt (logische Fotoposition). Voraussetzung ist, dass die Position des 3. Sensors deutlich markiert und in jedem Beweisfoto deutlich zu erkennen ist. Die Auslöseverzögerung der Robot-SmartCamera ist dabei je nach Messstelle verschieden und auch von dem hierfür eingesetzten "Frame-Grabber" abhängig. Sie liegt beispielsweise bei 46-47 ms oder aber auch nur bei 26 ms, wobei es jedoch aufgrund von PC-internen Speichervorgängen nach einer Mitteilung eines Mitarbeiters der Herstellerfirma Robot zu Zeitverschiebungen von bis zu 5 ms kommen kann.

    (Eine derartige Überprüfbarkeit setzt selbstverständlich voraus, dass die Radaufstandspunkte erkennbar sind, was beispielsweise bei Nutzfahrzeugen teilweise nicht der Fall ist. In diesem Fall ist die Messung nicht überprüfbar und damit streng genommen die Richtigkeit nicht zu bestätigen.)
  • ist eine ordnungsgemäße digitale Signatur vorhanden und geschlossen
  • sind die Piezosensoren ordnungsgemäß in der Fahrbahn eingelassen, d.h. insbesondere  keine Risse in der Vergussmasse mit der Fahrbahn vorhanden, keine Verschiebungen der Fahrbahnoberfläche durch starken Verkehr

LaserPatrol / TraffiPatrol

 

Funktionsweise:

 

Mit dem Messgerät können sowohl Fahrzeuge des ankommenden als auch das aabfließenden Verkehrs gemessen werden.

Die Geschwindigkeit wird als Änderung der Entfernung pro Zeitintervall ermittelt. Hierzu werden innerhalb eines Messvorgangs von etwa 0,5 s Dauer 50 Laserimpulse ausgesendet und nach Reflektion am anvisierten Fahrzeug wieder empfangen. Die Laufzeit der Impulse wird gemessen und hieraus die Entfernungen zu den einzelnen Zeiten bestimmt.

 

Das Messgerät darf mit Stativ, freihändig oder aufgelegt betrieben werden. Weiterhin sind Messungen bei Dunkelheit und durch die Scheibe des Messfahrzeuge möglich und zugelassen.

Der Messbereich liegt bei 0-250 km je Stunde. Die Messentfernung beträgt 30-500 m.

 

Der Messstrahl hat einen Durchmesser von ca. 0,3 m pro 100 m Entfernung (3 mrad). Der Zielerfassungsbereich beträgt 0,7 m pro 100 m Entfernung (7 mrad).

 

Typische Fehlerquellen:

 

  • Das Messgerät muss gültig geeicht und unbeschädigt gewesen sein.
  • Die Messstelle muss den Anforderungen der Bedienungsanleitung genügen und insbesondere darf die Messposition nicht ein nicht zugelassen seitliches Anvisieren begünstigt haben.
  • Es müssen am Beginn und am Ende der Messung die 4 vorgeschriebenen Tests (Selbsttest, Display-Test, Test der Visiereinrichtung (Algin Test), Null-Test) ordnungsgemäß entsprechend der Bedienungsanleitung durchgeführt worden sein.
  • Um eine Fehlzuordnung des gemessenen Fahrzeuges auszuschließen, muss es sich bei diesem entweder um ein Einzelfahrzeug handeln oder aber das Betroffenen-Fahrzeug muss das 1. Fahrzeug einer Fahrzeugkolonne gewesen sein. Auch eine besonders große Messeentfernung kann hier eine Fehlzuordnung begünstigen.
  • Weiterhin sind Angaben über die Position des Anhaltetrupps einzuholen. Der Datenaustausch zwischen dem Messbeamten und dem Anhaltetrupp darf eine fehlerhafte Übertragung des Geschwindigkeitswertes nicht begünstigt bzw. veranlasst haben.

    So wurde es in der Rechtsprechung als unzulässig und nicht ordnungsgemäß angesehen, wenn der Messbeamte das Ergebnis der Messung über die stark befahrene Straße dem protokollierenden Beamten auf der anderen Fahrbahnseite zugerufen hat.

    Weiterhin fordert die Rechtsprechung teilweise, dass bei Lasergeschwindigkeitsmessungen das 4-Augen-Prinzip eingehalten wird, d.h. neben den Messbeamten ein weiterer protokollierender Beamter einzusetzen ist, welcher ebenfalls das Messergebnis abliest und in das Messprotokoll einträgt. So führte das AG Sigmaringen (Urteil vom 04.05.2010, AZ: 5 OWi 15 Js 9971/09, BeckRS 2010,14721) aus, dass bei einer Lasermessung zwar das Fertigen von Fotos für die Zuverlässigkeit einer Messung grundsätzlich nicht erforderlich ist, da jedoch keine Fotos gefertigt werden, ist es zwingend erforderlich, dass bei der Protokollierung des Ergebnisses der Messung Zahlendreher und Missverständnisse vermieden werden. Es ist daher unerlässlich, dass nicht nur der Messbeamte selbst das Messergebnis abliest, sondern dieses muss vielmehr auch von dem Protokollführer abgelesen und bestätigt werden.
  • Weiterhin muss der Messbeamten ausreichend im Umgang mit dem gegenständliche Messgerät geschuldet gewesen sein.

 

Riegl LR 90-235 / P

 



Die Funktionsweise und Messwertbildung entspicht im Wesentlichen der des LaserPatrol / TraffiPatrol, so dass auf die dort gemachten Ausführungen verwiesen werden kann. 

 

Riegl FG21-P

 

Funktionsweise:

 

Auch bei diesem Lasermessgerät wird die Geschwindigkeit von Fahrzeugen als eine Änderung der Entfernung pro definiertem Zeitintervall zwischen 2 Laserimpulsen bestimmt. Beim Riegl FG 21-P handelt es sich um das Nachfolgemodell des Riegl LR 90-235/P. Während der Messdauer von 0,4-1,0 Sekunden werden bis zu einer Messentfernung von 1 km Laserimpulse ausgestrahlt und nach Reflexion am anvisierten Fahrzeug wieder empfangen. Die Auswertesoftware bewertet hierbei nicht lediglich die Höhe, sondern auch die Form der Impulse.

 

Im Gegensatz zum Riegel LR 90-235/P (und auch im Gegensatz zum LaserPatrol/TraffiPatrol) weist die Visieroptik eine sechsfache Vergrößerung auf.

 

Der Messbereich beträgt 0 km je Stunde bis 250 km je Stunde. Die Messentfernung beträgt 30 - 1000 m.

 

Der Messstrahl Durchmesser beträgt 0,25 m pro 100 m Entfernung (2,5 mrad), der Zielerfassungsbereich 0,5 m pro 1 m Entfernung (5 mrad).

 

Typische Messfehler:

 

  • Für das Messgerät muss eine ordnungsgemäße Eichung gegeben sein. Der die Messung ausführende Messbeamte muss hinreichend im Umgang mit dem Messgerät vertraut und geschult sein, was durch eine Schulungsbescheinigung nachgewiesen wird.
  • Weiterhin muss sich aus dem Messprotokoll ergeben, dass die 4 vorgeschriebenen Tests durchgeführt worden sind. Hierin sind weiter Angaben über die Messentfernung des Betroffenen sowie die Fahrtrichtung des Betroffenen festzuhalten.
  • Im Zielerfassungsbereich dürfen sich keine weiteren Fahrzeuge befunden haben bzw. das Betroffenen-Fahrzeug muss das 1. Fahrzeug einer Fahrzeugkolonne gewesen sein, um Fehlzuordnungen auszuschließen.
  • Weiter sind Angaben über die Art der Datenübermittlung zwischen den Messbeamten und den Anhaltetrupp einzuholen.
  • Zu prüfen ist weiter, ob die Messposition ein nicht zugelassenes seitliches Anvisieren begünstigt hat.
  • Weiter kann die Messentfernung eine Fehlzuordnung begünstigt haben.
  • Hinsichtlich der Karosserieform des gemessenen Fahrzeuges ist zu prüfen, ob diese Stufenprofilfehlmessungen begünstigt hat.



Leica LEIVTEC XV2

 

Funktionsweise:

 

Das Messgerät LEIVTEC (Leica) XV2 dient zur Geschwindigkeitsmessung ausschließlich des ankommenden Verkehrs. Die Messwerte sowie die jeweils zugehörigen Messesituationen werden auf einem Video dokumentiert.

 

Der Sensor sendet laufend Infrarotlicht-Laserimpulse zur Entfernungsmessung aus. Anhand der Laufzeit Änderungen der 30-300 Einzelmessungen pro Messvorgang wird die Geschwindigkeit des Objektes vom Gerät ermittelt.

 

Die Messung erfolgt, wenn sich ein Fahrzeug ca. 53-43 m vor dem Sensor befindet.

 

Die Messstrecke ist 10 m lang, die Messzeit beträgt maximal 1,3 Sekunden.

 

Der Öffnungswinkel der Infrarot-Laserstrahlen beträgt horizontal und vertikal 50 mrad (3°).

 

Der Messbereich des Messgerätes beträgt 0-250 km je Stunde.

 

Typische Fehlerquellen:

 

  • war das Messgerät gültig geeicht
  • entspricht der verwendete Camcorder den Zulassungsanforderungen und waren die Aufnahmeformate CINEMA und 16:9FULL ausgeschaltet
  • erfolgte die Messung aus dem Stand
  • entspricht der Auswerteplatz den Zulassungsanforderungen; die Auswertung muss mit einem Demodulator XV, das heißt einem definierten Videorecorder, bei Anschluss eines beliebigen Monitors und Druckers erfolgen.
  • sind die Dateneinblendungen auf dem Beweisfoto plausibel
  • ein 2. Fahrzeug darf nicht mehr als 1/3 des Messfeldrahmens ausfüllen
  • der Bediener muss hinreichend im Umgang mit dem Messgerät geschuldet gewesen sein
  • lässt sich die gemessene Geschwindigkeit anhand einer Einzelbildauszählung bestätigen (Auszahlung der Einzelbilder, welche durch die Videokamera gefertigt wurden)

Leica LEIVTEC XV3

 

Funktionsweise:

 

Es handelt sich um ein Lasermessgerät. Durch den Sensor werden Infrarot- Lichtimpulse ausgesandt, welche am gemessenen Fahrzeug reflektiert werden und nach einer bestimmten, von der Entfernung abhängigen Zeit wieder am Sensor eintreffen. Die Laufzeit dieser Impulse wird gemessen und sodann mit Hilfe der Lichtgeschwindigkeit in kurzen gleichmäßigen Abständen die Entfernung berechnet. Hieraus lässt sich nach dem Weg-Zeit-Gesetz die Geschwindigkeit des gemessenen Fahrzeuges berechnen.

 

Es findet eine Videoaufzeichnung des Messvorganges sowie der zugehörigen Verkehrssituation statt. Die Videokamera ist in das Messgerät integriert bzw. bildet mit diesem eine Einheit.

 

Der Arbeitsbereich des Messgerätes beträgt bis 70 m. Der Messbereich beträgt 30-50 m vor dem Sensor. Es können Gefälligkeiten zwischen 0 und 300 km je Stunde gemessen werden.

 

Der Infrarot-Messstrahl ist aufgeweitet. Er hat einen quadratischen Querschnitt bei einem Öffnungswinkel von ca. 3 × 3° oder 2,5 × 2,5 m in 50 m Entfernung.

 

Messungen in Kurven sind zulässig.

 

Mögliche Fehlerquellen:

 

  • gültige Eichung des Messgerätes
  • liegt ein Schulungsnachweise des Bedieners vor
  • sind die Dateneinblendungen auf dem Beweisfoto plausibel
  • befindet sich ein 2. Fahrzeug innerhalb des Messfeldrahmens, muss dieses zusätzliche Fahrzeug kleiner als 1/3 des Messfeld-Rahmens sein
  • ist das Kennzeichen des gemessenen Fahrzeuges bis zum Messeende vollständig sichtbar (die soll ab der Programmversion 2.0, ab der die neu zugelassene Biedienungsanleitung Leivtec XV 3 - Geschwindigkeitsüberwachungsgerät mit Stand vom 01.12.2014 gilt, nicht mehr notwendig sein.)
  • zu langes Kabel zwischen Rechnereinheit und Bedieneinheit: dieses darf lauf Bauartzulassung nicht länger als 3 Meter sein. Bei zu langem Kabel ist nach dem AG Zeitz (Beschluss vom 30.11.2015, AZ 13 OWi 721 Js 205989/15) ein Toleranzabzug von 20 % entsprechend einer Messung mit ungeeichtem Tachometer vorzunehmen.



eso ES 1.0

 

Funktionsweise:

 

Bei dem Messgerät eso ES1.0 handelt es sich um einen so genannten Einseitensensor. Während der Vorbeifahrt werden von 3 Sensoren je ein Helligkeitsprofil erstellt und miteinander verglichen. Bei den Sensoren handelt es sich um CCD-Kameras.

 

Das Messgerät verwendet insgesamt 4 derartige Sensoren. 3 Sensoren sind im Abstand von jeweils 0,25 m angebracht, was eine Gesamtlänge der messbar des von 0,5 m ergibt. Der 4. Sensor dient zur Abstandsbestimmung des Objektes von dem Messgerät, indem dieser in einem Winkel angebracht ist und damit eine leicht schräge Messung vornimmt.

 

Durch das am Messgerät vorbeifahrende Fahrzeug werden nacheinander Impulse ausgelöst, wobei aus deren zeitlicher Abfolge die Geschwindigkeit des sich am Messgerät vorbeibewegenden Objektes ermittelt werden kann.

 

Es erfolgt eine fotografische Dokumentation durch eine separate Fotoeinrichtung.

Durch die physikalisch Technische Bundesanstalt ist eine Schulung des Messbeamten nicht gefordert.

 

Der Messbereich des Messgerätes eso ES 1.0 liegt zwischen 10 und 250 km je Stunde. Es sind Messungen in beide Verkehrsrichtungen zulässig.

 

Die Reichweite beträgt bis zu maximal 18 m Straßenbreite.

 

Typische Fehlerquellen:

 

  • ordnungsgemäße gültige Eichung des Messgerätes
  • existiert ein ordnungsgemäßes Messprotokoll mit Angabe des eingestellten Grenzwertes (vGrenz) (vGrenz ist der erwartete Wert, den Fahrzeuge fahren könnten, welcher für die Aufstellung der Kameraposition wichtig ist. Es handelt sich bei diesem Wert jedoch nicht um den Wert, ab welchem ausgelöst werden soll.)
  • sind die Dateneinblendungen auf dem Beweisfoto plausibel
  • wurden die Testfotos vor und nach der Messung (insgesamt 4) ordnungsgemäß erstellt
  • befinden sich auf dem Messfilm Leerfotos
  • existiert eine hohe Annullierungsrate
  • wird der Fahrbahnbereich bis zur Fotolinie 2 so abgebildet, dass sämtliche Fahrzeuge, welche für die Messwertbildung infrage kommen, erkennbar sind
  • ist sichergestellt, dass ein parallel fahrendes Fahrzeug nicht von dem im Vordergrund fahrenden Fahrzeug verdeckt wird
  • war der Messbeamte eingewiesen



eso ES 3.0

 

 

TRAFFIPAX speedophot

 

Funktionsweise:

 

Bei dem Messgerät Traffipax Speedophot handelt es sich um ein Radargerät. Dieses arbeitet nach dem Doppler-Frequenz-Prinzip. Hier wird durch einen Hochfrequenz-Generator eine Frequenz von 24,125 GHz erzeugt, welche als elektromagnetische Welle über eine Schlitzantennegebündelt und ausgestrahlt wird. Im Strahlungsfeld die Antenne befindliche Gegenstände reflektieren einen Teil der ausgesandten Strahlung, welche wiederum von der Antenne empfangen wird. Bewegt sich der reflektierende Gegenstand relativ zur Antenne, so tritt bei der reflektierten Strahlung eine Frequenzänderung, so genannter Dopplereffekt, ein. Diese Frequenzänderung ist proportional zur Bewegungsgeschwindigkeit des reflektierenden Fahrzeuges, sodass aus dieser Frequenzänderung die Geschwindigkeit des sich bewegenden Gegenstandes ermittelt werden kann.

 

Typische Fehlerquellen:

 

  • War das Messgerät gültig geeicht? Waren die Eichmarken unbeschädigt? Erfolgten Reparaturen, welche eine Nacheichung erforderlich machten?
  • Wurde das Einsatz- bzw. Messprotokoll ordnungsgemäß gefertigt? Dieses besteht bei Radarmessungen aus 2 Seiten bzw. ist doppelseitig. Andernfalls liegt kein standardisiertes Messverfahren mehr vor.
  • Wurden die Vorschriften der Bedienungsanleitung eingehalten? Zutreffende Auswahl des Aufstellorts? Mindestabstand zur Fahrbahn eingehalten? Der Abstand zur Fahrbahn muss mindestens 1,5 m. Soweit bei Vorbeifahrt am Messgerät ein Abstand lediglich unter 2 m gegeben ist, kann dies den Messwert zu Ungunsten des Betroffenen um bis zu 1 km je Stunde nach oben verfälschen (Beck/Berr, OWi-Sachen im Straßenverkehrsrecht, 5. Aufl. 2006, Rn. 312 a), da die Sendeantenne des Radarmessgerätes den Messstrahl über eine Fläche verteilt aussendet, sogenannte Meßkeule. Am Beginn dieser Meßkeule weist der Radarstall dabei einen geringeren Winkel als den vorgeschriebenen Wert von 22° auf. Keine zu dichte Aufstellung an parkenden Fahrzeugen oder anderen Hindernissen.
  • Wurde der vorgegebene Messwinkel eingehalten? (d.h. steht das Messgerät exakt parallel zur Fahrbahn) Fährt das gemessene Fahrzeug auf das Messgerät zu, beispielsweise nach einem Spurwechsel, führt dies zu einem geringeren Messwinkel und zu Abweichungen des angezeigten Geschwindigkeitsmesswertes zu Ungunsten des Betroffenen. Pro Grad der Abweichung entsteht eine Verfälschung um etwa 0,65 % der Geschwindigkeit.

Geschwindigkeitsmessungen mit dem Messgerät Traffipax Speedophot erfüllen nach der Rechtsprechung (nur) die Voraussetzungen eines standardisierten Messverfahrens, wenn sie entsprechend der Vorgaben des Herstellers und der PTB-Zulassung verwendet werden.

  • Finden sich Hinweise für eine Schrägfahrt des Fahrzeuges?
  • Existieren Hinweise für Reflexionsfehlmessungen? Befinden sich in unmittelbarer Nähe des gemessenen Fahrzeuges großflächige Gegenstände, insbesondere Metallflächen aber auch Betonflächen (vergleiche OLG Hamm, Beschluss vom 17.06.2004, 3 Ss OWi 315/04), Begleitverkehr, Verkehrsschilder, Leitplanken? Ein Hinweis auf derartige Reflexionsfehlmessungen ist unter anderem, wenn die Fahrzeugfront nicht schwerpunktmäßig rechts von der Bildmitte (bei Messung vom rechten Fahrbahnrand) abgebildet ist.
  • Welche Reichweiteneinstellung war gegeben? Die Einstellung einer größeren Reichweite (Reichweite I grundsätzlich für 1. und 2. Fahrstreifen, Reichweite II für 1. - 4. Fahrstreifen) führt zu höherer Intensität des Radarstahls und damit eher zum Auftreten von Reflexionsmessungen.
  • Geschwindigkeitsmessungen in einer Außenkurve sind mit dem Messgerät Traffipax Speedophot nicht zulässig.
  • Ist auf dem Lichtbild ein weiteres Fahrzeug zu erkennen, welches eine Fehlmessung ausgelöst hat, insbesondere weitere Fahrzeuge in gleicher Fahrtrichtung.
  • Wurde die vorgeschriebene Mindestaufstellungshöhe von 0,40 m entsprechend der Herstellervorgabe eingehalten?
  • Befinden sich Leerfotos auf dem Messfilm? Derartige würden den Schluss auf einen Messfehler zu lassen.
  • Wurden die notwendigen Kalibrierungsfotos ausgelöst? Diese müssen vor der Inbetriebnahme des Messgerätes sowie bei jedem Standortwechsel und jedem Filmwechsel gefertigt werden. Weiterhin muss ein Testfoto am Ende des Meßfilmes gefertigt werden. Befinden sich auf diesen Fotos Bild- oder Anzeigefehler?

Aus den zu Beginn und zum Ende der Messung gefertigten Kalibrierungsfotos lässt sich auch ermitteln, ob die Position des Radarmessgerätes vor und nach der Messung verändert wurde. Selbstverständlich darf nach Beginn der Messung die Position des Geschwindigkeitsmessgerätes nicht mehr verändert werden.

  • War der Meßbeamte hinreichend geschult?
  • Hat der Bediener der Geschwindigkeitsmessanlage in den Verkehr sowie die Meßvorgänge aufmerksam beobachtet?

Multanova MU VR 6F

 

 

ProVida 2000

 

 

VIDIT VKS 3.0

 

 

ViBrAM

 

 

 

Kommentare

Diskussion geschlossen
  • Rechtsanwalt Lübbecke (Donnerstag, 01. Oktober 2015 21:00)

    Da beim TraffiStar S330 Kontaktgeber in die Fahrbahn eingelassen sind, ist es unproblematisch, wenn das Fahrzeug in der Mitte der beiden Fahrspuren fährt und daher durch beide Messeinrichtungen für
    beide Fahrspuren gemessen und fotografiert wird. Die Messung ist allein deshalb nicht unverwertbar. Es müssten auf beiden Bildern (die ggf. über eine Akteneinsicht angefordert werden können) die
    gleichen Geschwindigkeitsmesswerte eingeblendet sein. Ggf. kann auch eine Abweichung der Geschwindigkeitswerte um eine Stelle, regelmäßig also um ein kmh, gegeben sein, wenn die Geschwindigkeit
    gerade in der Mitte liegt. Hieraus könnte, muss aber nicht, sich ein Messfehler ergeben.
    ABER: Ich hatte bereits Messungen mit dem TraffiStar S330, wo auf dem Messfilm hinsichtlich von Messungen von Fahrzeugen, die zwischen 2 Fahrspuren fuhren, unterschiedliche Messwerte von mehr als 1
    kmh aufgetreten sind. Dies ist dann nicht mehr technisch erklärbar, die Anlage arbeitet mithin dann nicht fehlerfrei (wie der Sachverständige daraus ableitete) und das Verfahren wurde
    eingestellt.
    Ob dies bei Ihnen zutrifft, kann allerdings nur über eine Akteneinsicht ermittelt werden und natürlich kommt dieser Fall auch nicht so häufig vor.

  • Werner Frohn (Donnerstag, 01. Oktober 2015 17:43)

    traffiStar S330: Bei Messung/Foto befindet sich mein Fahrzeug zu 2/3 auf einer Spur und zu 1/3 links auf der nächsten Spur also beim Spurwechsel, ist so eine Messung auch gültig? Danke für Ihre
    Antwort im Voraus.
    Freundliche Grüße Werner Frohn